58 Nagel mir kein Ei ans Knie, Pisser!

Ich steige aus dem Skytrain aus und laufe meinen gewohnten Gang zum Hotel. Ich gehe in kein 7-eleven rein und beobachte, wie die Bauarbeiter sich was zu essen reinziehen. Auf einem Wägelchen verkauft ein Mann Durian. Man kann portionsweise kaufen und die Portionen gehen weg wie warme Semmeln. Gut, ich hole mir dann auch ein Tütchen.


Ich stelle mich zu den Bauarbeitern und warte, bis ich ran komme. Als mich einige der Bauarbeiter sehen, machen sie Platz und geben mir den Vortritt. Ich versuche ihnen zu erklären, dass ich wie alle anderen auch warten kann, bis ich dran bin. Nachdem ich es geschafft habe, lächeln sie mich an und sprechen miteinander. Danach lautes Gelächter. Ich wurde von den halben Metern ordentlich verarscht. Macht aber nichts, weil ich ja ohnehin ständig das Gefühl habe, dass ich hier ausgelacht werde.

Als ich ran komme und das erste Stück in den Mund nehme, ist das alles vergessen. Ich versinke im Geschmack und meinem Gedanken an meine Freundin. Ich muss so schnell wie möglich ins Hotel und eine Mail schreiben. Da ich nicht mir der Durian ins Hotel darf, muss ich meine Schritte meine Genußgeschwindigkeit anpassen. Sie variiert etwas aber ich komme voran. Kurz bevor ich das Hotel erreiche, habe ich das Tütchen leer gegessen und betrete das Hotel.

Ich setze mich sofort an einen der Internetrechner und gehe in meinen Mailaccount. Nachdem ich unzählige Viagra- und Cialis-Spamsmail ins Nirvana schicke und mich an Doreen heißem benutzten Höschen vorbeischiebe, lese ich kurz einige Mails quer und schreibe dann an meine Freundin eine lange Mail. Bevor ich die Mail losschicke, lese ich sie mir nochmals durch. Während ich kurz vorm Ende des letzten Absatzes bin, sehe ich meinen eloquenten Freund, wie er sich an der Rezeption lautstark beschwert.

Ich weiß nicht warum, aber er scheint in Bestform zu sein und macht die kleine Frau nieder, die ihm nicht mal richtig in die Augen schauen kann und langsam ihr Gesicht zu verlieren scheint. Toll, Arschloch, denke ich mir. Keine Ahnung von interkultureller Kommunikation? Als ein Mann an die Rezeption geht und das Problem versucht zu klären, huscht die kleine Frau weg. Ich würde meinen, die geht mal kurz heulen.

Ich würde jetzt gerne zu ihr gehen und versuchen, die Worte „Nagel mir kein Ei ans Knie, Pisser!“ beizubringen. Aber dafür habe ich keine Zeit. Als ich mit meiner Mail fertig bin, stehe ich auf und laufe an der Rezeption vorbei und dem Arschloch vorbei. Er dreht sich nicht mal um und marschiert rückwärts los. Als ob er es darauf anlegt, stoßen wir fast zusammen.

„Na Sie haben mir ja noch heute gefehlt!“, faucht der Pisser mich an.
„Ich weiß, aber Sie mir nicht.“
„Gehen Sie mir aus dem Weg. Für Spielereien habe ICH nun keine Zeit.“

Er huscht an mir vorbei Richtung Fahrstuhl.

Arschloch!

Dem werde ich es noch ein letztes Mal zeigen…

2 Gedanken zu „58 Nagel mir kein Ei ans Knie, Pisser!“


  1. Ich habe gesehen wie ein älterer Deutscher die Immigration Arbeiterin am Flughafen tierisch zur Sau gemacht hat, weil sie die Gebühr für sein Overstaiy kassieren musste.
    Er war einen Monat ohne Visum in Thailand! Klar das er dafür so eine kleine Frau fertig machen musste, in anderen Ländern steht Knast darauf, aber er ist ja der große weiße Mann.

    Die Durians musste ich immer für meinen Stiefvater tragen, danach hat man ganz gut dornige Abdrücke an den Händen, das finden die Thais auch super lustig, aber daran gewöhnt man sich…

    Ben

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