59 Der Durianplan

Ich bin kein Mensch, der direkte Angriffe auf Menschen macht. Es gefällt mir nicht, weil ich wahrscheinlich zu viel Schiss habe. Aber da bin ich nicht alleine, denke ich. Jedoch bin ich nicht der Mensch, der dem anderen den „Triumph“ gönnt. Ganz im Gegenteil. Ich gleiche es hinterfotzig aus.


Dieser eloquente Möchtegern hat mich nun herausgefordert und ich werde es ihm heimzahlen. Aber wie? Da ich nur noch einen Tag hier bin, kann ich keinen großangelegten Plan starten. Außerdem stehen hier ringsum im Hotel Generäle mit weißen Handschuhen und Walkie-Talkies. Auch habe ich den Kerl schon beim Frühstück mal als Arschloch tituliert. Denkbar schlechte Karten also für mich. Ich bin umzingelt! Als ich mich entschließe, ein weiteres Tütchen Durian zu kaufen, kommt mir die Idee: Der Durianplan!

Ich gehe direkt zur Rezeption und Frage den etwas durch den redegewandten Sprachwind geschüttelten Mann:

„Can you give me a sheet and a biro?”
“Yes Sir.”

Er gibt mir einen Briefbogen samt Umschlag des Hotels und einen Kugelschreiber. Ich bedanke mich bei ihm mit einem 50 Baht-Lappen. Im Grunde würde ich für einen Briefbogen und einen Umschlag nicht Trinkgeld geben, aber ich muss den Mann die Hände versilbern. Sein breites Grinsen zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich fange an, einen Brief zu schreiben, der an Mister Arschloch gerichtet ist. Ich schreibe mit meiner besten Handschrift. Der Brief enthält nichts was von Bedeutung wäre. Eigentlich schreibe ich nur einige Wörter zusammenhangslos nacheinander. Als ich fertig bin, locke ich den Rezeptionisten an:

„Excuse me.“
„Can I help you, Sir?“
“Yes. I have written a letter for the man who was talking 5 minutes before with you. I want to give him this letter and my business card. We both are working in real-estate projects in Bangkok and in Germany. But I have forgotten his name. Can you tell me his name, please?”

Der Geschmierte nennt mir artig den Namen dieses Arschlochs. Er heißt mit Vornamen Wallrath. WALLRATH! Wer straft sein Kind mit solch einem beschissenen Namen ab?!

„Bitte! Bitte! Herr Terrorist! Schießen Sie mich nicht ab! Sehen Sie, ich habe ein Kind, das ich ernähren, großziehen und noch taufen muss! Sein Name ist Wallrath!“
„Was?! Wallrath?! Knallt die Bestie ab und befreit das Kind!“

Ich gebe dem Rezeptionisten weitere 40 Baht für seine Anstrengungen und schreibe den Brief zu ende, aber gebe ihn nicht ab.

Schnell laufe ich in das Einkaufszentrum in der Nähe der Skytrainstation und suche einen Schreibwarenladen. Ich kaufe ein Paket, eine Zeitung und laufe zum Durianverkäufer. Dort beziehe ich vier Tüten Durian. Eine Portion nehme ich mit zum Essen auf dem Weg zu einem Kurierdienst, die anderen drei lasse ich leicht zuschnüren und packe sie in den Karton zwischen die Zeitung. Anschließend gebe ich die Stinkbombe bei einem Kurierdienst ab. Es hat zwar lange gedauert, aber es hat geklappt. Morgen um 9 Uhr wird die Stinkbombe abgegeben. Ich freue mich schon!

Fertig ist der Durianplan! Gute Nacht! Bis Morgen, Walle!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

😉 😐 😡 😈 🙂 😯 🙁 rolleyes.png 😛 😳 😮 mrgreen.png 😆 💡 😀 👿 😥 😎 ➡ 😕 ❓ ❗ 

Subscribe without commenting