Kho Payam: Mein Trip zur Hippieinsel (3)

Hier ist der dritte Teil des Inseltrips von Ben. Er gibt eine kleinen Einblick in die Verhältnisse auf der angeblichen Hippie-Insel Kho Payam wieder. Vielen Dank für diesen Beitrag!


Im Boot ist anschließend Trouble angesagt: die Besatzung hat zu viele Tickets verkauft und das Boot ist überbelegt. Eine alte Lady und ihr Neffe müssen das Boot verlassen, damit Langjahr Expat noch Platz hat.
Nach einer etwa 2-stündigen Fahrt, auf der Juicies entdeckt das mir Eiter aus dem rechten Ohr läuft, kommen wir am Pier an. Erst wollen wir ein Moped mieten, aber die Preise übersteigen das gewohnte Niveau etwas und da es auf der Insel sowieso nur 2 Straßen zu geben scheint, lassen wir uns an unseren Strand fahren. 70 Baht, die Einheimischen halten zusammen und verhandeln nicht über Preise.
Nach einer kurzen Schneckenfahrt sind wir dann da: am Hippiestrand der Hippie Insel! Leider sind die Hippies auch hier weitestgehend vertrieben und ersetzt durch junge hippe Pärchen des oberen Gehaltssektors. Bei Gehältern über mehrere Tausend Euro wohnen sie hier in Hütten zu 6 Euro die Nacht, dafür ist man hier unter sich, kein Thaitourist weit und breit, vor den Hütten sitzen sie ab Mittags und trinken Bier.
Die Speisekarten sind natürlich auf Englisch geschrieben, darunter, wie üblich in Thai. Allerdings gibt die Thaischrift nicht den thailändischen Namen wieder, sondern den englischen, sie ist nicht für Thaikunden, sondern für die Bediensteten, damit diese verstehen was die Farangs von ihnen wollen. Thailändische Touristen kommen nicht nach Kho Payam, was den Weißen ganz gut passen dürfte, da hier die Positionen klar verteilt sind: Thais sind nur Angestellte.
Da High Season ist, ist alles etwas luxuriösere schon vergeben. Juicies ist am Boden zerstört: keine Aircon, nicht einmal ein Ventilator. Ich betrinke mich in der ersten Nacht, weshalb mir das Durchschlafen relativ einfach fällt.
Der Großteil, der hier lebenden Menschen, ist burmesisch. Ein Langzeitauswanderer aus Europa setzt sich in einem Restaurant ohne Kunden zu uns und erzählt uns, wie leicht es ist in Thailand Geld zu verdienen, Essen gibt es leider nicht, sein Koch ist wegen der fehlenden Kunden wieder zurück nach Burma gegangen! Er erzählt uns, dass die Insel Partyisland ist und jeden Abend überall Partys sind, was mich nicht so interessiert. Nebenan gibt es angeblich die beste Trance Musik und wieder muss ich mich wundern, wie geistig arm man sein muss um diesen elektronischen Müll Musik zu nennen.
Abends bestelle ich in der Schwarzlicht Hippie Bar eine große Flasche Bier, aber das ist nicht so gut für die Insel erklärt man mir, deshalb bekomme ich 2 kleine Dosen, was die vielen Müllkippen erklärt die man überall findet….
Den Tag bekommt man schnell herum: der Strand ist sehr schön, es jede Menge große Wellen und man kann den ganzen Tag im Wasser herumplantschen, ich liebe das, auch wenn es hier giftigen Plankton gibt, der auf der Haut juckt, dafür aber nachts schön im Wasser leuchtet.
Abends waren wir auf einer Party an einer Bar. Da war allerdings sehr wenig los und mir scheint es, dass die Parties hier nicht so sehr viel hermachen. Aber von einer einzigen darauf zu schließen ist vielleicht auch etwas voreilig.
Nachts um 22:30 geht in den Hütten das Licht aus, da der Stromgenerator ausgemacht wird. Wieder ein großes Drama bei Juicies. Bettfertig machen wir uns dann im Schein der Handytaschenlampe, als in diesem Schummerlicht noch eine Kakerlake an Ihr vorbeihuscht, hat sie wirklich die Schnauze voll und ich muss ihr versprechen, so bald wie möglich nach einem besseren Bungalow zu suchen. Unsere Hütte ist vom „Smile Hut“, was schon vorher eine schlechte Kritik im Internet hatte, aber das einzig Freie war.

Besonders junge Frauen scheinen in Thailand ein extrem unwahrscheinliches „Alle-sind-so-glücklich“-Theaterstück aufzuführen und knuddeln und umarmen jeden, auch die thailändische Besitzerin unseres Resorts, die Juicies schon vorher erzählt hatte, dass sie persönlich niemals in einer Bambushütte schlafen würde.
Am nächsten Tag kommen meine Freunde. Gerissenerweise haben sie sich ihre Hütte vorher telefonisch reserviert und dazu fällt mir nur ein: „Danke für gar nichts“, denn wir haben noch nichts wo wir hinkönnen.
Sie haben einen Bungalow in einer Anlage in der man sich die Wasserflasche nachfüllen kann um die Umwelt zu schonen und irgendwie scheinen diese Thais hier auch ganz schön bewusst zu leben und aufgeschlossene Menschen zu sein, die offen für neue Ideen sind und ich soll doch mal nicht so intolerant sein und mich mal mit denen beschäftigen. Sie würden ja wohl „gar nicht den ganzen Tag faul in der Hängematte rumliegen und kiffen!“ und wie bin ich denn eigentlich drauf?!
Abends um 8 zum Essen verabreden geht auch nicht, weil die beiden sind im Urlaub und machen keine Pläne und ich muss mich fast totlachen und Juicies macht große Augen und wundert sich das Deutsche sogar im Urlaub so strikt sind.

Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2. Alle Gastbeiträge sind hier zu finden. Bald folgt Teil 4!

Zu Ben’s Blog geht’s hier lang…

4 Gedanken zu „Kho Payam: Mein Trip zur Hippieinsel (3)“


  1. Hey ein sehr schöner Bericht. Da freue ich mich schon auf den 4. Teil. Ich hoffe, ihr habt nen ordentlichen Bungalow gefunden?

    Grüße
    Torsten


  2. Hm, da gehe ich im nächsten Post garnicht mehr so genau drauf ein: wir haben noch ein nettes Resort gefunden, wirklich schön und entspannt, allerdings wieder ohne Aircon.

    Juicies wird dann auch bald die Schnauze voll haben und wir kehren zurück in die kleine Stadt Chumpon in der wir dann in einem seltsam pink angestrichenen Hotel übernachten…

    Ben


  3. Ich mag diese 6€-Leute. Beschweren sich über jeden Mist und wie schlimm die Unterkunft dann noch war etc.

    Aber in der Heimat vom echten Hippie-Dasein reden…

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