125 Hey Guys!

Nach dem ich die Briten erfolgreich abgewehrt habe, ist es nun Zeit, etwas zu essen. Ich gehe unter die Dusche und reibe mich mit dem Antimückenzeug ein. Wenn ich könnte, würde ich jeder Mücke einen Minikorken in den Saugrüssel stecken. Und in den Hintern.

Und überhaupt, wieso essen die Menschen keine Mücken? Die Plage wäre schnell ausgerottet.

Nachdem ich fertig bin, gehe ich raus. Die Briten sind immer noch laut und stören die ganze Anlage. Nebenbei möchte ich erwähnen, dass ich noch nie in meinem Leben so häßliche Menschen gesehen habe. Richtig hässlich.

Ich habe ein Youtube-Video eingefügt, welches meine Annahme bestätigt: Wer sich abschottet, wird hässlich. Deshalb mache ich es nicht und laufe an den Leuten vorbei, die sich morgens, mittags, abends und zwischendurch Rührei mit Speck reinziehen. Das in Thailand!

Heute Abend gehe ich in diese kleine Bar, welche mir schon am ersten Abend aufgefallen war: dort haben sie leichte französische Musik gespielt, die man aus Filmen der 1960er kennt. St. Tropez auf Koh Samui.

Als ich mich der Bar nähere, höre ich dann auch die Musik und schnappe mir dort einen Tisch. Den äußersten Tisch. Die Bar ist nicht sonderlich voll und das Publikum scheint sehr entspannt zu sein.

„Hey Guy! What’s goin‘?!!“, werde ich mit stark französischem Akzent begrüßt. Als ich hoch schaue, sehen mich zwei grüne Augen in einem Orlando-Bloom-Fluch-der-Karibik-Gesicht an: Jaques.

Jaques ist eine Energiebündel, welches ich, trotz der französischen Musik nicht erwartet hätte. Es ist zu ruhig hier für so einen Typen, denke ich mir. Wir reden ein wenig, woher ich komme, wo ich unter gekommen bin und sowas. Anschließend gibt er mir die Karte.

Eine Topauswahl hat da Jaques aufgereiht. Mehrere Suppen, hunderte von Gerichten, teilweise mit französischem Einfluss. Das ist eine tolle Kombination, denke ich. Ob es aber auch schmeckt?

Ich bestelle einen Kokosnuss-Shake, und eine Tom-Jum-Suppe mit Huhn. Eigentlich mag ich die Suppe mit Garnelen, aber die werde ich danach essen: einen Teller mit zwei Dutzend Garnelen und dazu Knoblauchsoße und Rosmarinkartoffeln. Ich bin im kulinarischen Paradies gelandet!

Als ich einmal an der Ostsee gearbeitet hatte, konnte ich jeden Tag Krabben essen. Ein Krabbenstand hat mir das Leben dort ganz schön aufgewertet. Denn außer einem Pizzabecker, der nie die Pizza geliefert hat, die man bestellt hatte. Es war zum Weinen. Der Krabbenstand lief richtig auf Hochtouren und verkaufte die Teile als ‚Ostseekrabben‘. Als ich weiter westlich am Hafen von Flensburg nach einem Flensburger Krabbengericht gefragt hatte, lachte mich der Schiffsmann aus: es gäbe keine Krabben in der Ostsee.

Schön, war das. Fast vier Monate jeden Mittag Krabben oder Krebs gegessen und angeblich ‚regionale Feinkost‘ gegessen. Danach bin ich aber trotzdem hin gegangen. War ja lecker!

„Hey Dude!“, kommt Jaques wieder zurück und bringt mir den Kokosnuss-Shake und die Suppe. Ich habe diese Suppe oft in Berlin gegessen, aber aus der Suppe wurden stets die Gemack gebenden, aber ungenießbaren Bestandteile aus der Suppe raus gefischt. Hier bleibt das ganze Zeug drin und stört dabei auch nicht. Da wird halt auf die Gewohnheit hin umgestylt.

„Cheers!“, sagt Jaques noch beim gehen.

Langsam füllt sich die Bar und man sieht den Leuten an, dass sie zwar gerne Reisen unternehmen und individuell die Reise planen. Aber so nach Rucksack sieht keiner aus. Die, die kommen werden vom Dude Jaques mit einem lauten „Hey Guys!“ begrüßt.

Ein Gedanke zu „125 Hey Guys!“


  1. Prima Webpage – Hab eine. Mein kleines Ego ist auch momentan dabei meinen eigenen Weblog aufzubauen und ich finde dein Theme klasse. Styles

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