63 Ausgecheckt

Nach diesem wunderbaren Frühstück gehe ich wieder in mein Zimmer und verabschiede mich von der Minibar und den Keksen auf dem Tablett. Mein Rucksack war bereits gepackt und ich habe kaum Dreckwäsche, da der Laundryservice wunderbar meine Sachen gewaschen und gebügelt hat.


Ich schließe die Tür hinter mir zu und gehe zum Fahrstuhl. Unten angekommen, gehe ich zum Rezeptionstisch, an dem ich bereits die Abreise angemeldet habe. Die Frau von der Rezeption hat auch bereits alles vorbereitet und auch die Minibarrechnung ist schon auf dem Tisch. Neben dem unterschriebenem Kreditkartenzettel und der Minibarrechnung ist noch ein weiterer Zettel vom Laundryservice. Ich bezahle alles bar und bekomme den unterschriebenen Kreditkartenzettel zurück.

Wir verabschieden uns und ein Portier steht bereits hinter mir, um den Rucksack in Gewahrsam zu nehmen. Herrlich! Jetzt kann ich mir noch ein wenig die Zeit vertreiben, ohne den Rucksack mit mir rumzuschleppen.

Es ist kurz vor 11 Uhr und ich habe nun Zeit bis 15 Uhr. Denn dann will ich Richtung Hauptbahnhof Hua Lamphong, um in erster Klasse nach Koh Samui zu reisen.

Vor dem Hotel entscheide ich mich noch, eine Bangkok Post zu kaufen und dann ein wenig die Gegend zu erkunden. Schließlich kenne ich außer den Weg von meinem Hotel und den Weg in das kleine Restaurant nichts von der Gegend hier.

Daher laufe ich einfach drauf los, weg von der Sukhumvit Road. Was man hier sieht, ist aber nicht besonders anders als bei meinem Hotel: Hotel, Massage Salon, 7-eleven und Restaurant gesellen sich zueinander. An jeder größeren Kreuzug stehen neben zweihundertfünfunddreißig Motorradtaxis noch siebenundsiebzig Tuk-Tuks. Die Motorradfuzzis lassen einen in Ruhe und dösen meistens im Schatten vor sich hin, wenn man nicht ein Hotpants uns Stöckelschuh bekleidetes Thai-Girl sich hinten rauf schwingt. Dabei fällt mir auf, dass die Mädels sich seitlich auf den Sattel setzen und nicht den Sattel zwischen den Beinen haben. Ich denke mal, dass dadurch ein Abstand zum Fahrer gewahrt werden soll.

Die Tuk-Tuk-Fahrer sind wie Staubsaugerverkäufer in Deutschland: Sie sind eine Plage, wenn sie in Scharen einsame, gelangweilte, fette Hausfrauen die hart bedienten Moneten aus der Haushaltskasse ziehen. Gut, wenigstens sagt mir kein Tuk-Tuk-Fahrer, dass ich besonders schön behaarte Beine habe.

Ich komme an einem Internetcafé vorbei und beschließe, einige Mails zu schreiben. Schließlich bin ich jetzt eine Woche weg und bis auf meine Freundin habe ich keinem Post geschickt. Also schreibe ich eine Mail und schicke sie an alle privaten Kontakte, die in meinem Adressbuch sind. Ich schicke die Mail aber nicht als Rundmail, damit jeder denkt, ich hätte jedem eine persönliche Mail geschickt. Meine Freundin hat mir mal erzählt, dass sie als Kind Postkarten verschickt hat, die denselben Inhalt hatten. Als Papa, Tante und Oma dann miteinander gesprochen hatten, kam das aber wohl raus und die Familie hat sie daraufhin zur Rede gestellt. Das verfolgt sie nun bei jedem Urlaub. Leider fällt mir das ein, als ich die letzte Mail versendet habe. Manchmal ist man bei anderen Gedanken, wenn man etwas wie am Fließband versendet. Aber egal. Das Risiko gehe ich nun ein.

Ich bezahle und springe raus aus dem Internetcafé, um das nächste 7-eleven zu betreten.

Im 7-eleven werde ich von der Kassiererin mit der drittlängsten Grußformel des Planeten begrüßt. Nur im Starbucks und im Black Canyon Coffee ist die Grußformel länger. Kein Wunder, schließlich heißt ja Bangkok nicht schlicht Bangkok, sondern hat den längsten Städte Namen der Welt.

Was wohl der Keller eines gehobenen Restaurants sagen würde, wenn der die Grußformel des Starbucks nehmen und sagen würde:

[Thailändische Starbucks Grußformel] + Willkommen in unserem Restaurant im schönen [Bangkoks echter Name] + heute empfiehlt der Chefkoch [thailändisches Gericht auf thailändisch]

Bevor ich überhaupt auf den Gedanken komme, dieses in mein Notizbuch zu schreiben, gehe ich in Richtung Knabberzeug und sehe mich da um.

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