128 Who Let The Dogs Out?

Am Strand suche ich nach tausenden Möglichkeiten, nie mehr dieses Fleckchen Erde verlassen zu müssen. Eine Idee muss es doch wohl geben, die das Leben hier auf Koh Samui und Berlin verbindet. Oder trennt.

Alle Möglichkeiten haben einen Haken und lassen sich nicht ohne weiteres umsetzen. Warten, bis ich 55 bin und Rücken-, Gelenk- und andere Schmerzen mehr Arzt erfordern, nein Danke. Es muss jetzt passieren. Sofort. Es muss jetzt und sofort klappen. Aber dafür fehlen mir die Ideen und dazu passend die Antworten.Etwas gefrustet über meine Konzeptlosigkeit und Aufgrund der fehlenden Kreativität am heutigen Abend, drehe ich um und laufe zurück zum Bungalow. Ich bin zwar alleine, aber irgendwie doch nicht.

Die Strandhunde haben sich versammelt und laufen von einer Seite zur anderen. Hoch und runter, ins Wasser und wieder raus. Zickezacke, zickezacke wuseln sie hin und her. Dabei immer ganz knapp an mir vorbei.

Ich laufe an der Horde von etwa 8 Hunden vorbei und habe dann plötzlich einen Begleiter: einer der Hunde hat sich an mich ran gehangen. Ohne ihn weiter anzuschauen, laufe ich weiter, damit er nicht denkt, er hätte einen neuen Freund gewonnen.

Dann kommt mir das Quatschtsgerede einiger Hundekenner in Gedanken: „Hunde spüren das alles!“ Also denke ich an die schlimmste Sache, die einem Hund je passieren kann: in der Pfanne zu landen. In meinen Gedanken mache ich alles das, was Tierquäler in abscheulicher Art und Weise Hunden antun.

Was passiert? Nix. Der Hund bleibt mein Begleiter. Von wegen Spürsinn. Wenn der Hund auch nur im Ansatz das gespürt hat, was ich gedacht habe und gefühlt habe, dann sollte zumindest ein jaulen drin sein.

Ich bin an der Bungalowanlage angekommen und meine nächste Hoffnung sind die Anlagenhunde. Vielleicht kommen die angerannt und jagen den Hund weg. Oder der Hund bemerkt, das er in ein falsches Revier tritt und haut ab.

Von wegen, die Zweite. Der Hund folgt mir in die Anlage rein. Ich bleibe stehen und der Hund bleibt auch stehen. Es hat keinen Sinn, ich muss ihn anders los werden: ich renne los.

Im Zickzack-Lauf renne ich zum Bungalow. Der Hund folgt exakt meiner Spur. Die Stufen der Veranda nehme ich mit einem Sprung, aber die Tür kriege ich nicht so schnell auf, so dass mein Kollege Strandhund wieder bei mir ist. Und er scheint zu wissen, dass hinter dieser Tür das Paradies auf ihn wartet. Wenn er durch die Pforte des Glücks läuft, schließt er sich mit mir zu einem neuen Rudel zusammen.

Ich setze mich hin. Er wartet tapfer an der Tür mit dem Blick nach innen gerichtet. Aber es ist nicht einfach, ins Paradies zu kommen. Das bemerkt er auch und jault einmal ziemlich laut.

Was danach passiert, könnte in jedem Bilderbuch stehen: einige andere Strandhunde bekommen das mit und dackeln zu meinem Bungalow. Aber auch die Hunde aus der Anlage. Sie bellen sich alle an und fletschen die Zähne und am Ende sind die Strandhunde verjagt.

Ich öffne meine Bungalowtür und springe schnell rein. Gute Nacht!

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