10 Ankommen in Thailand

Das Restaurant ist sehr gemühtlich eingerichtet. Eine ältere nett lächelnde asiatische Dame bringt mir die Karte und verschwindet auch wieder und lässt mich alleine in der Karte stöbern. Die Karte ist in Thai, Englisch und ich glaube in Chinesisch geschrieben. Es könnte aber auch eine andere asiatische Schrift sein.


Auffällig sind die unterschiedlichen Zeilenlängen. Da steht irgendwas sehr sehr langes auf Thai und sehr sehr langes der anderen asiatischen Schrift und darunter auf Englisch „Chicken with green curry“. Um einen Vergleich zu zeigen: Ich zähle die Buchstaben in Englisch und die Zeichen in Thai. 21 Buchstaben in Englisch und…

„Can I help you?“

Die Kellnerin hat mich beim Buchstaben zählen erwischt. Scheiße, wie peinlich ist denn das?!

„Thank you, one beer, please.“
„Chang, Singha or Heineken?“
„Singha, please.“
„Big or small?“

„Small.“

Ich war bei 45 Zeichen stehen geblieben und weiß jetzt nicht mehr, welches Zeichen das 45. war, um weiter zu zählen. Außerdem möchte ich nicht von der Kellnerin erneut erwischt werden. Wieviele Zeichen bzw. Buchstaben das Thai wohl hat? Ich schreibe in mein Notizbuch:

6. Wieviele Zeichen hat das Thai-Alphabet?

Als die Kellnerin mein Bier bringt, bin ich etwas enttäuscht. Klein ist bei den Thais wirklich klein. Mit 250ml kann grademal ein Uringlas füllen! Was soll ich denn damit? Als nächstes werde ich mir ein Großes bestellen. Vielleicht bekomme ich ja dann wenigstens ein 330ml Fläschen…

Zu Essen es bestelle ich „Chicken with vegetables and rice“ und einen Papayasalat. Als die Kellnerin mir die Karte weg nehmen möchte, sage ich ihr, dass ich noch rein schauen will. Die Karte ist voller verschiedener Gerichte, mal mit Reis, mal mit Nudeln und es ist eine riesige Auswahl an Fruchtsäften und -shakes vorhanden.

Während ich auf mein Essen warte, hole ich den Loose raus und lese etwas über die Sukhumvit Road. Es ist eine der längsten Straßen Thailands. Vielleicht die Längste überhaupt. Denn die Sukumvit Road beginnt in Thailand und endet erst an der östlichen Landesgrenze nach Kambodscha. Alleine im Stadtplan ist die Straße vielleicht 10 Kilometer lang. Weiter lese ich, dass Sukhumvit als Ortsteil selbst das Touristenviertel ist und die Hotels und Restaurants sich an westlichen Standards orientieren. Auch bei den Preisen. Mein Essen kostet 80 Baht und der Salat nochmal 100 Baht. Das Bier 40 Baht. 220 Baht ist also Touristenpreis. In Paris würde man am Fuße des Sacre Couer dafür wohl 30 bis 40 Euro auf den Tisch legen und Pierre würde mit seiner überaus unfreundlichen Art noch verlangen, dass ich sofort aufstehe.

Der Taxifahrer!
Bei dem Vergleich wird mir deutlich, was ich mit 50 Baht Trinkgeld gemacht habe. Ich habe dem Menschen ein Trinkgeld gegeben, mit dem er vielleicht für Tag seine Familie ernähren kann. Da ich mir nicht so sicher bin, beantworte ich die Frage erst in den nächsten Tagen mit einem Test.

Mein Essen

Als mein Essen kommt, bestelle ich bei der Kellnerin einen Wassermelonenshake ohne Eis. Ich nehme mir Gabel und Löffel in die Hand und schippe mir ein wenig vom Papayasalat auf die Gabel. Als ich den Salat auf der Zunge spüre, zucke ich kurz zusammen. Ich esse gern scharf, aber der Salat hat es in sich. Die Kellnerin bringt mir den Saft und sagt zu mir

„It’s very hot.“

Vielen Dank für die Warnung. Damit kann ich jetzt aber nichts mehr anfangen. Ich bekomme kein Wort aus mir raus und überspiele mit lächeln und nicken die heiße Situation. Hoffentlich hat sie nicht gesehen, dass ich schon fast heule! Ich lege den Salat nach drei Bissen zur Seite und schnappe mir das Huhn mit Gemüse. Trotz des scharfen Salats schmecke ich ein feines Aroma raus und es wird mit jedem Happen besser und der Wassermelonenshake ist ein sehr erfrischendes, schmackhaftes und wohltuendes Getränk. Wie wohl die anderen Shakes schmecken? Notizbuch:

7. Probiere jeden Tag einen anderen Fruchtshake

Den Papaya-Salat versuche ich noch einmal zu essen. Ich esse ihn auch komplett auf und finde ihn garnicht mal so schlecht. Ich rede mir schließlich noch ein, dass ich mir was anderes darunter vorgestellt habe und rufe zur Kellnerin

„Tschek bin Khrap.“ (Die Rechnung bitte)

Als ich das Restaurant verlasse, schaue ich es mir nocheinmal an und versuche es mir zu merken. Das Essen war lecker und die Atmosphäre war sehr entspannt. Als Orientierung eignen sich ein Hotelhochhaus auf der anderen Straßenseite, ein Massagesalon rechts und ein 7-eleven etwas weiter links gerade nicht. Aber eines weiß ich in diesem Augenblick ganz genau: Ich bin in Thailand angekommen. Sawadee Khrap…

2 Gedanken zu „10 Ankommen in Thailand“


  1. Willkommen in einem der schönsten Urlausländer überhaupt. Du bist wirklich zu beneiden.Bei mir dauert es noch bis Oktober.Dann aber für acht Wochen.In BKK wohne ich auch immer an der Sukhumvit-Str. Ist echt eine tolle Ecke von BKK .Sehr zental zu vielen plätzen der Stadt und auch zum Fluß.Die Sache mit dem Trinkgeld „passiert„ mir auch immer.Aber bei so netten Leuten, mit Absicht.Wünsche dir noch einen schönen und hoffentlich gelungenen Urlaub in Thailand.


  2. Hallo Andreas,
    mit Sukumvit wohnt man in BKK sehr gut. Vorallem bekommt man Top-Service zu einem hervorragenden Preis.

    Hoffe, dass Du ab und zu vorbei schaust auf meinem Blog und evtl. einige Ideen für Deinen anstehenden Urlaub bekommst.

    Erdal.

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