Reichen 500 Euro zum Leben in Thailand?

Reichen eher 700 Euro zum Auswandern nach Thailand? Oder eher 1.200 Euro? Ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht, ohne zu behaupten, dass diese der Weisheit letzter Schluss sind. Aber der Reihe nach: Ich habe nach der Auswertung der Teile 1, 2 und 3 meiner Thailandumfrage überlegt, für wen der Einstieg bei 500 Euro ins Auswandererleben in Thailand geeignet ist und für wen nicht.

Als erstes ist es für mich wichtig eine ganz zentrale und einfache Frage zu klären: Will ich wirklich auswandern?

Ich stelle diese Frage ganz bewusst, weil sich m.E. viele nicht die Gedanken machen, wie es in drei oder vier Jahren aussieht. Beispiel gefällig? In der Zeit von 2000 bis 2008 war der Euro 45-50 Baht wert. Heute ist er nur noch 40 Baht wert. Das macht einen Kaufkraftverlust von 10-20% aus. Wer also mit 500 Euro in 2008 klar kam, braucht jetzt plötzlich 550 bis 600 Euro.

Daher: Will ich wirklich auswandern?
Oder genauer: Will ich mit 500 Euro monatlichem Einkommen wirklich auswandern?

Aus den Zahlen, die mir vorliegen, kann ich diese Frage noch nicht eindeutig beantworten. Ich denke jedoch, wenn jemand mit 500 Euro monatlichem Einkommen auswandern will, bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss. Ich sehe in der 500 Euro-Klasse eher den jungen, ungebundenen Abenteurer, der oder die sich eine Auszeit gönnen will oder einfach die Zeit und das Budget für einige Monate hat, ein wenig rum zu kommen. Wer dieses Ziel vor Augen hat, kann mit 500 Euro bestimmt weit kommen. Wer sich jedoch fest niederlassen will, sollte drei Sachen beachten: Laufende Kosten niedrig halten, am besten keine Miete zahlen und ein gewisses Geldpolster auf einer Bank parken, bei der keine Gebühren im Ausland anfallen.

Es wird sehr oft gesagt, es sei viel günstiger, wenn man sich in Thailand niedergelassen hat und sogenannter Local oder Expat wird. Denn dann kenne man die Preise und außerdem spare man sich das Hotel. Aber oft wird gleichzeitig vergessen, welche weiteren Kosten hinzu kommen. Das kann eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung* sein. Aber auch andere Dinge wie die Lebenshaltung an sich. Also Fixkosten, die man man im Urlaub in Thailand mit dem Hotel mitbezahlt. Beispiel? Im Teil 3 der Umfrage zum Auswandern nach Thailand hatte ich nach den Nebenkosten gefragt. Also Kosten, die zusätzlich zur Miete hinzukommen, ohne dass man auch nur einen Hühnerspieß oder eine Schale Reis essen konnte. Diese bewegten sich zum Zeitpunkt der Auswertung bei etwa Durchschnittlich 6000 Baht. Alleine dieses sind bei einem Wechselkurs von 40 Baht für einen Euro, ca. 150 Euro. Bleiben noch 350 Euro für Essen, Leben und einem Dach über dem Kopf. Fügt man nun die günstigste Miete aus der Umfrage hinzu, um das Low-Budget zu ermitteln, sind 7500 Baht (knapp 185 Euro) fällig. Somit verbleiben dem Auswanderer 165 Euro von den 500 Euro Einkommen zum Leben.

Wer also die Umfrageergebnisse zu den Wohnverhältnissen in Thailand ein wenig ernst nimmt, wird sich sehr schnell überlegen, ob das Low-Budget-Paradies für 165 Euro wirklich das ist, was man sich gewünscht oder vorgestellt hat.

Für mich wäre das ganz eindeutig nicht auswandern, da ich mir unter dem Begriff nicht nur das Verlassen der alten Heimat sehe. Der Wunsch, ein schöneres und hoffnungsvolleres Leben zu führen, steht bei mir eher im Vordergrund.

Ich vergleiche daher mein Leben hier mit dem Leben dort:

1. Ich möchte meine heutige Lebensqualität nicht langfristig absenken, sondern subjektiv eher verbessern.
2. Wenn ich mit weniger Geld, das ich aber jeden Monat zur Verfügung habe, ein glückliches Leben führen kann wie in der alten Heimat, dann ist das Auswandern eine Überlegung wert.
3. Habe ich nicht die finanziellen Mittel, um mein Leben im Wunschland so zu führen wie ich es möchte, brauche ich mir keine Gedanken zu machen: Ich werde scheitern!

Daher meine Tipps für die, die nur 500 Euro jeden Monat zur Verfügung haben:

1. Ein Geldpolster für ein Jahr, also 6.000 Euro, solltest Du haben. So kann man probieren, ob man das ein Jahr lang durchhält. Wenn nicht, hat man Geld für den Rückflug. Wenn es klappt, muss man schauen, dass man jeden Monat an 500 Euro ran kommt. Viel  Spaß dabei, in Thailand einen legalen Job zu bekommen….

2. Insbesondere für die ersten Wochen sollte man ein zusätzliches Polster haben, da Investitionen in den ersten Wochen sehr hoch sind. Zum Vergleich: Ich bin mit meiner Frau 2008/2009 einige Monate in der Türkei gewesen. Auswandern light sozusagen. Wir haben uns eine voll möblierte Wohnung gemietet. Sie war nicht schlecht ausgestattet. Trotzdem haben wir am Anfang sehr viel Geld ausgegeben, um die Wohnung so auszustatten, dass wir in ihr so leben konnten, wie wir es uns vorgestellt haben. Mit dem Geld hätten wir locker noch zwei weitere Monate dort leben können.

3. Um eine Vorstellung zu bekommen, kannst Du die Umfrage genauer anschauen oder eine Tabelle verwenden, die ich für das Auswandern nach Thailand mal zusammengestellt hatte. Die Werte sind von 2008, können aber als Orientierung dienen. Wer sich sicher gehen will, beaufschlagt die Werte. Am besten mit 100%!

Zum Schluss noch zwei Bücher (jeweils als Buch oder EBook), die nicht die Welt kosten, aber einen Einblick geben können:

               

dkb.de

22 Gedanken zu „Reichen 500 Euro zum Leben in Thailand?“


  1. Auf dem Land, ich persoenlich lebe seit 13 Jahren in der Provinz Buriram, in einem kleinen Ort Namens Nang Rong ist es durchaus moeglich mit 500,- Euro zu leben. Fuer die Miete zahle ich 3500,- Baht. Habe ein Haus mit drei Schlafzimmern und einem grossen Wohnzimmer angemietet. Die Nebenkosten fuer Internet, Strom und Wasser betragen nochmals 1500,- Baht. Da ich seit einiger Zeit alleine lebe, gehe ich jeden Tag essen. Die Preise bewegen sich zwischen 25,- und 50,- Baht fuer Thai Gerichte. Mir bleiben also im Monat noch etwa 13 000,- Baht fuer irgendwelche Unternehmungen. Meistens mache ich ausgedehnte Touren mit meinem Motorrad. Bin allerdings keiner der dauernd Party veranstaltet. 🙂


  2. Hallo Herby,
    scheint, dass Du glücklich bist. Ich freue mich für Dich, dass Du Dein Glück dort gefunden hast. Allerdings scheinst Du genau gewusst zu haben, worauf Du Dich einlässt… 🙂


  3. Hey,

    also ich muss sagen, dass man die Frage nicht so pauschal beantworten kann und vor allem auch nicht beantworten sollte. Jeder Mensch hat völlig unterschiedliche Ansprüche, die unterschiedlich viel Geld kosten. Ich denke, dass es dennoch mit 500 Euro schwer wird zu leben. Wenn man das in manchen Fernsehbeiträgen sieht, dann wird einem suggeriert, dass man mit 500 Euro in Thailand leben kann. Schade, aber das glauben viele.

    Gruß
    Christian


  4. Es ist wohl weniger eine Frage des Könnens, als viel mehr eine Frage des Wollens.

    Ich habe fünf Jahre in China gelebt (hatte allerdings ein bedeutend höheres Budget zur Verfügung) und bin nun daran, meine Heimkehr vorzubereiten.

    Was man bei solchen Auszeiten bedenken muss: Man kann in Asien und auch anderswo sehr billig leben. Bestimmt auch für 500 Euro. Aber während dieser ganzen Zeit bezahlt man keine Rentenbeiträge und so weiter.

    Wenn man das lange genug macht, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man sich eine Rückkehr nach Europa schlicht nicht mehr leisten kann.


  5. @Oli
    Man sollte es auch wollen, da man mit einem niedrigeren Lebensstandard zu rechnen hat.

    Zum Thema Rückkehr habe ich mir nicht allzu viele Gedanken gemacht. Wer den Notfallplan braucht, sollte diesen auch im Budget berücksichtigen.

    Wenn Du fünf Jahre in China unterwegs warst, dann wirst Du bestimmt viele Leute kommen und gehen sehen… 😉


  6. Ich denke man muss ein mehr als sparsamer Mensch sein, um in Thailand mit 500 Euro im Monat klar zu kommen. Erfahrungsgemäß würde ich das aber niemand guten Gewissens empfehlen. Wer natürlich mietfrei bei seiner Freundin im Isaan leben kann und keinerlei Ansprüche auf europäische Standards in Sachen Essen und Wohnen legt, kann es vielleicht eine Weile durchhalten.

    Umso näher man an das geliebte Meer kommt, weswegen viele Thailand so lieben, desto teurer wird alles. Klar kann man auch auf Phuket, in Krabi oder auch auf Koh Samui ein spartanisches Zimmer für 150 Euro bekommen…aber wird man damit auf Dauer glücklich und zufrieden ? :roll:

    Ich habe selbst schon längere Zeit in Thailand gelebt und muss sagen, das mir auch 1000 Euro im Monat nur mit Mühe und Not gereicht haben. Schließlich will man in Thailand lebend nicht nur zu Hause sitzen und Nudelsuppe für 30 Baht essen, sondern auch ein wenig herumreisen und etwas erleben. Die warmen Temperaturen allein machen auf Dauer nicht glücklich, man muss auch mal raus und das kostet wie in Deutschland auch, bei jedem Schritt vor die Tür bares Geld.

    Meiner Ansicht nach ist es für den Durchschnitts-Europäer fast unmöglich, mit 500 Euro im Monat in Thailand ein zufriedenes Leben zu führen, das keinerlei Entbehrungen mit sich bringt. Erschwerend hinzu kommt auch noch, das der thailändische Baht in den letzten Jahren massiv aufgewertet hat und man pro Euro nicht mal mehr 40 Baht bekommt. Auch die Preise für Unterkunft, Verpflegung und Ausgehen ziehen seit ein paar Jahren kontinuierlich an.

    Mein Fazit : Respekt vor den Überlebenskünstlern, die es tatsächlich mit 500 Euro/20000 Baht im Monat schaffen. Hut ab


  7. Mit 500€ kann man in Thailand vielleicht überleben aber nicht leben.
    Nicht nur das der € zwischen niedrigen 39-40 Baht pendelt, in Thailand ist auch alles teuerer geworden.
    Unabhängig davon bekommt man ohne den Nachweis von entsprechendem Einkommen/Vermögen auch kein längerfristiges Visum.


  8. @Max:
    Du bringst es auf den Punkt. Das Stichwort lautet “keinerlei Ansprüche”. Wer aussteigen möchte kommt sicherlich klar. Wer mehr möchte, zahlt eben auch mehr.

    @Herbert:
    Ich habe mir mal die Wirtschaftswachstumsraten von Thailand angeschaut. Die Wirtschaft hat

    2010 7,8%
    2011 0,1%
    2012 6,4%

    zugelegt. Das bedeutet, in drei Jahren hat die Wirtschaft um 14% zugelegt hat.

    Die Inflation in 2012 3%, für 2013 erwartet man 3% und 2014 3,4%. Das bedeutet also, dass in 2012 100 Baht in 2014 nur noch etwa 90 Baht wert sein werden.

    Wenn man die Gehaltsentwicklung von 2006 mit 7851 Baht pro Monat auf 8694 Baht pro Monat hinzuzieht, also einer Lohnsteigerung von knap 10%, dann liegt eines deutlich auf der Hand, dass ein Boomland wie Thailand immer teurer wird.

    Meine Quelle: http://ahk.de/fileadmin/ahk_ahk/GTaI/thailand.pdf

    Verstärkt wird das durch niedrige Euroverzinsung.

    Ich denke, jemand, der mit knappen Budget nach Thailand “auswandern” will, sollte ein ordentliches Polster haben oder Einkommensquellen, die 30% über dem aktuell erforderlichen Budget liegen.


  9. hallo

    ein freund von mir verbringt jedes jahr okt,nov,dez in pattaya
    und kommt dort angeblich mit 400,00 EUR im monat aus.

    150,00 EUR miete 20,00 strom und den rest für essen und vergnügen.

    allerdings isst er nur vom billigsten also so in den kaufhäusern usw
    und hält sich in der bar den ganzen abend an einer cola auf.

    frauen sind bei dem budget natürlich nicht drin versteht sich
    von selbst.

    gruss crizbee


  10. Also 500 Euro haben mir als Single vor 9 Jahren auf Phuket gerade so gereicht. Aber damals stand der Baht noch bei 1:50.
    Heute mit Familie und einem Kind haben wir Ausgaben von 1500-1800 Euro im Monat. Klar könnte ich auch von weniger leben, aber dann müsste ich mich in vielen Bereichen einschränken und dazu habe ich keine Lust.
    Alleine das Haus in dem ich wohne plus Nebenkosten sind schon 500 Euro. Der kindergarten meines Sohnes 250 Euro. Auto, Sprit, Essen gehen, Versicherungen, Ausflüge etc. Um als Familie gut leben zu können und etwas zu sparen würde es sich bei mir schon eher im Bereich von 2000 Euro bewegen.


  11. Es ist nicht unmöglich von 500 Euro in Thailand zu leben. Grosse Sprünge macht man dabei allerdings nicht. Und ich bin auch nicht der Typ der jedem Tag Thaifood essen kann, auch wenn es nur halb soviel kostet.


  12. Im Isaan und ohne Krankenversicherung reicht das locker. Aber mit einer Krankenversicherung und einem bisschen guten Standart, zum Elend auch noch in der Nähe zu Touristengebieten brauchste mind. einen Tausender


  13. @Ralf
    Das ist ja eigentlich das wichtigste: die fixen Kosten sind klare Größen. Vom Mund zu sparen, also statt 500 Baht am Tag 450 auszugeben, machen gerade mal 1500 Baht aus. Da hat man aus meiner Sicht nix gewonnen.

    Wenn die großen Kosten bekannt sind, kann man das Risiko reduzieren.


  14. hallo zusammen meiner meinung kann man mit 500 € in Thailand leben natürlich macht man keine grossen sprünge. Aber immer noch besser als in Deutschland mit der Hälfte nach abzug miete strom etc leben. Natürlich ist das leben hier preiswerter aber man sollte kostengünstige hobbies haben.Jeden Tag party ist nicht drin und ein mädel am essen halten auch nicht. Kochen sollte man auch selber. müssen die meisten in old germany auch :|


  15. Für 500€ kann man in Thailand schön leben, allerdings nicht in touristischen Gegenden und fern des Meers. Das bedingt, dass man die Sprache spricht und sich verwurzelt. Das ist in Deutschland auch nicht anders. Ohne Beziehungen ist es eher schwierig.


  16. hallo ,ich habe folgendes vor und möchte eure meinung dazu wissen.Also ich möchte in Buriram im Isaan mit einer frau zusammen leben.Ich habe 900 € Rente sie hat eine feste arbeit und keine kinder.Ich möchte nicht großartig reisen und in der freizeit vieleicht eigenes gemüse anbauen und nutztiere halten.Klar will ich mit ihr ab und zu mal einen ausflug machen oder essen.Aber den großen luxus brauch ich nicht. Kommt man dann klar?

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