16 Achtung Schlepper! Nepper! Gangster!

Natürlich habe ich schiss. Jeder Thai könnte jetzt ein Schlepper, Nepper und gemeingefährlicher und skrupelloser Kleinkrimineller sein. Jeder!

Als ich den Bahnhof fast erreiche, läuft eine Frau unabsichtlich in meinen Weg und wir haben eine kleine Kollision.


„Excuse me“, sage ich
„Excuse me. Where you go?“
„To the railway station“
„Oh great Tour?“
„No. Only to Koh Samui.“
„Koh Samui is very fine. I know. Have you a ticket for the train?“
„No. I will buy now one ticket.“
„Ok. But there is a big problem. You cannot buy tickets today. All tickets for the train to Koh Samui are sold out. All tickets!“

Von wegen „All Tickets!“. Das ist ne Schleppertante, denke ich mir.

„Ok. I look for myself. Kop kun khrap.“
„No! I know! I know!“
„But I will look. Kop kun khrap.“

Die Tante lässt aber nicht locker und klebt an mir wie eine Schlingpflanze. So was ausdauerndes habe ich noch nie erlebt. Die Menschen sind ja in Thailand sehr nett und bleiben eigentlich nicht an einem wie angesaugt haften. Außer es sind Schlepper. Daher kann man, so denke ich, auch gegen Schlepper so vorgehen, dass sie ruhig ihr Hackfresse verlieren.

„Leave me alone or I call the Tourist Police.“

Auf einmal ist sie verschwunden. Geht doch!

Als ich an der letzten Ampel zum Bahnhof stehe, gesellt sich eine andere Frau zu mir. Auch sie rumpelt mich geplant unabsichtlich an und es beginnt der gleiche Ausguss an Worten von vorhin. Ich lasse sie quatschen und sie zeigt mir irgendeinen Ausweis auf dem steht, sie sei eine offizielle Mitarbeiterin der Touristmusbehörde. Natürlich ist der Ausweis kein amtlicher Ausweis. Als ob so ein Lappen ihre Argumente bekräftigen würde. Ohne ihr weiter Aufmerksamkeit zu schenken, laufe ich über die Straße.

Ich glaube, dass man diesen Schleppertrick einmal erlebt haben sollte. Und: VON WEGEN SCHLEPPERMAFIA! Die bleiben freundlich und höflich, weil sie ja etwas verkaufen wollen. Aber lassen sich auch nicht von ihrem Standardtext abbringen. Wahrscheinlich können die auch nicht mehr. Wenn man diese Meute nicht beachtet, hat man keine Probleme. Doch wie kann man zwischen freundlichen und zuvorkommenden Thais und Schleppern unterscheiden? Ich habe eine jetzt kleine Regel, die mir tatsächlich sehr hilft: Solange es darum geht, eine Information zu bekommen und die Hilfsbereitschaft da ist, kann man sich auch unterhalten. Kommt jedoch Geld ins Spiel, sollte man das Gespräch sofort beenden. Auf Wohlerzogenheitsfloskeln kann man dann blindlings bleiben lassen. Um drehen und gehen.

Endlich bin ich im Bahnhof.

4 Gedanken zu „16 Achtung Schlepper! Nepper! Gangster!“


  1. Hi,
    uns gefält Dein Thailand Blog und wir würen uns freuen wenn Du Interesse an einem Linktausch hättest.
    Wir haben Deinen Blog schon mal auf unserer Seie
    http://www.thai-eyes.com verlinkt.
    Bitte Gegenlink einbauen.
    Gruß
    Anuparp


  2. Hallo Anuparp,

    vielen Dank für die Aufnahme in Eurer Blogroll. Ich habe Euch auch in meine Linkliste aufgenommen.

    Gruß Erdal.


  3. Eine weitere Unart in Thailand sind mit Sicherheit die Schlepper. Oft legen sie eine wirklich aggressive Anmache an den Tag. An allen Grenzuebergaengen, versuchen sie einem Zigaretten zu verhoekern, oder beim Ausfuellen der Formulare fuer das Visum behilflich zu sein. Natuerlich gegen cash. Da hilft nur ein rigoroses ablehnen,sonst bleiben die einem an der Backe kleben.

    Ein weiterer Gruss
    aus Nang Rong
    Herby 😎


  4. Hallo Herby,
    wie wahr. Das schlimmste, was ich bisher erlebt habe waren die Schlepper im Zug von Pedang Besar nach Hat Yai. Die Typen waren schon im Zug und haben jeden ausgeprägt, dass wohin man wolle.

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