25 Starbucks Tussi Talk reloaded

Im Starbucks stehen drei Leute an. Ich stelle mich hinter die letzte und denke noch an die Uniform-Jungs. Das Militär hat in Thailand eindeutig einen guten Ruf. Jeder, der anders denkt, wird bestimmt in der Gesellschaft als Verräter abgestempelt: wie in jedem Entwicklungsland der Welt, nehme ich an. Vor kurzem hatte ja das Militär geputscht und den Premierminister aus dem Land verjagt. Ob das nun gerechtfertigt war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Denn dafür kenne ich den Alltag und die Sorgen der Menschen hier zu wenig.

„Sawadee khaaaaaa…. [#!?] … [#!?] … [#!?] … [#!?] khaaaa!“, werde ich begrüßt und lächelnd aus meinem Genralgedanken heraus gezerrt.


Ich habe nur den Anfang und das Ende verstanden und das war mit Abstand die längste Begrüßungszeremonie, die ich in Thailand hatte. Nur die Mitarbeiter im 7-eleven können da mithalten.

„Sawadee khrap, one hot american coffee, please. Medium size.“
„OK, Sir. How are you today.“

Aha! jetzt geht wieder das Nebengeschäftsding los. Aber diesmal bin ich vorbereitet und gehe mal auf das Spiel ein.

„I’m today not so good.“
„Fine Sir, perhaps you want to taste one of our sandwiches?“

Was ist denn jetzt los? Sie fragt mich wie es mir geht. Ich sage hier mir gehts beschissen und was kommt als Antwort: Das ist ja dufte, willste ne Stulle?!

Ich schmeiß mich weg vor lachen.

„No. thank you. Have you cakes?“
„Yes Sir. Do want to taste one of out fine cakes?“
„I take a look.“
„Carrot Passion Cake…“
„No. I do not like it.“

Ich liebe eigentlich Möhrenkuchen und sieht sogar noch saftig lecker aus.

„Our muffins with…“
„No. Thank you. I do not like muffins.“
„We have cookies.“
„No. Thank you. I never eat cookies.“
„Cup cakes…“
„No.“
„Sandwich.“
„No.“
„Granola Bar.“
„No.“

Leicht genervt von meinem „No.“ gibt sie mir den Kaffee rüber. Ich setze mich an einen netten Platz am Fenster. Beim Bezahlen ist mir aufgefallen, dass ich etwa 1000 Baht noch habe. Das ist zwar nicht wenig Geld, etwa 20 Euro, jedoch reicht das einem Farang nicht, wenn man ständig draußen und vegleichsweise teuer in der Sukhumvit Essen und Trinken geht. Morgen werde ich im Hotel fragen, ob sie Reiseschecks wechseln.

Ich trinke meinen Kaffee und genieße die Ruhe im Starbucks. Es ist fast keiner mehr da und die Leute kaufen sich den Kaffee zum mitnehmen. Die Mädels hinter dem Tresen sind ganz gut drauf und erzählen sich wahrscheinlich lustige Sachen. Das Kichern ist unüberhörbar, aber nicht nervend. Denn es ist nicht aufgesetzt, sondern natürlich. Vielleicht haben die drei auch einen Kaffee zu viel getrunken.

Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken habe und der Uniformmensch von einem anderen General ausgewechselt wurde, gehe ich auch wieder in Richtung Hotel. Ich war heute den ganzen Tag unterwegs und bin etwas geschafft. Leider gibt es hier in der Nähe keinen Park, wo man mal durchatmen kann und etwas Ruhe vom Verkehr hat. Ich schlage noch den Loose auf um zu schauen, was man machen kann, um sich in Bangkok zu entspannen:

Eine Expressbootfahrt machen
Sich in einen der vielen Wats setzen, jedoch nicht in die Touri-Wats

Hört sich gut an. Das werde ich morgen machen.

3 Gedanken zu „25 Starbucks Tussi Talk reloaded“


  1. @Stefan
    Ich habe mal irgendwo gelesen oder gehört, dass es da eine ganz lange Bestellung bei Starbucks gegeben hat. Ob der Mensch dann einen Kaffee bekommen hat oder nicht weiß ich allerdings nicht. 😀

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