28 Mr. Miyagi schleppt ab

Nach einem leckeren Frühstück laufe ich wieder die Soi 24 runter in Richtung Skytrain. Ich ziehe mir eine Karte und oben Stelle ich mich wieder an die entsprechende Bucht und dann geht wieder die Post ab.


Für heute habe ich mir folgendes vorgenommen:
Mit dem Skytrain zur Station Saphan Taskin mit Umstieg an der Station Siam. Dann auf eines der Expressboote am Pier Sathorn und abschalten von Lautstärke und Beton. Dafür werde ich bis nach Tewet und dann wieder zurück bin zum Pier Ratchawong und durch China-Town laufen bis ich am Hauptbahnhof bin. Dort kaufe ich mir ein Ticket für die Bahn nach Ayutthaya.

Vielleicht habe ich wieder Lust, in die Khao San Road auf ein Bier zu gehen.

Die Skytrainfahrt geht super schnell. In Siam muss ich den Zug und die Ebene wechseln. Die Rolltreppen sind begehrt und man kann nicht runterlaufen. Alle stehen. In Deutschland würde mich das ärgern, aber bei der Hitze, kann ich das verstehen. Außerdem sind die Rolltreppen hier ziemlich schnell. Fast so schnell, als ob man in Berlin runter laufen würde.

Siam ist der Hauptbahnhof der Skytrains. Die beiden existierenden Linien treffen hier zusammen und die Massen Strömen hoch oder runter oder in direkt in eines der angebundenen riesigen Einkaufcenter.

Die Saphan Taksin Station ist an einer Brücke, die sich über den Fluss spannt. Der Fluss ist riesig. Zwar kann der Fluss es bestimmt nicht mit Rhein oder Donau aufnehmen. Aber die Elbe ist ihm mindestens ebenbürtig. Der Fluss heißt Chao Pharaya. Es soll zahlreiche Kanäle und Nebenflüsse haben. Aber das interssiert mich gerade nicht. Ich will etwas Ruhe und Entspannung. Am Pier kaufe ich mir noch eine Flasche Wasser für 10 Baht und setze mich auf die Bänke. Als ich eine Tafel mit dem Fahrplan entdecke, erkenne ich das System, wie die Boote fahren. Die Boote sind in Linien organisiert. Jede Linie hat ein Farbe und fährt unterschiedlich die Piere an. Manche Linien überqueren auch den Fluss.

Ich entscheide mich für die gelbe Linie. Sie fährt alle Stationen an und fährt damit bestimmt nicht so schnell. Als das Boot ankommt, stehen alle langsam auf. Das Anlegen wird durch einen Mann mit Pfeife koordiniert. Er pfeift eine bestimmte Abfolge bzw. länge und danach macht der Steuermann entsprechende Mänöver. Als das Boot angelegt hat strömt eine gewaltige Menge an Menschen aus dem Boot. Endlich können wir rein. Ich setze mich in eine mittlere Reihe auf die Fluss-Seite. Schließlich habe ich Beton satt.

Als das Boot losfährt, erschrecke ich kurz: Die „Schaffnerin“ läuft mit einer Rasseldose rum kassiert das Fahrgeld. 20 Baht und einen Schippsel bekomme ich. Aber auf der Fahrt will die Entspannung nicht so richtig aufkommen. Das Boot ist laut und es stinkt nach Diesel. Außerdem trillert der General seinem Steuermann bei jedem Pier eine. Dann noch die Rasseltante. Ich bin vom Entspannungstipp aus dem Loose ziemlich enttäuscht. Da  hätte ich mir was anderes vorgestellt.

OK, in Bangkok ist das natürlich Entspannung. Weil es bestimmt kaum andere Orte gibt. Und verglichen mit der Sukhumvit Road und Siam ist das nun wirklich ruhig. Aber entspannend ist das echt nicht. Deshalb unterbreche ich meine Wellnessfahrt am Chang-Pier. Das ist auch in der Nähe des Großen Palasts.

Der Chang-Pier gefällt mir. Hier gibt es eine große Anzahl an Ständen, wo verschiedene Mahlzeiten zubereitet werden. Entsprechend der Mahlzeiten, liegen an den Ständen auch Rohkost aus. Ich werde vielleicht später hier etwas essen.

Da ich mir den Königs-Palast nicht ohne mehr Informationen antun möchte, laufe ich nur an der Hauptstraße lang. Hier halten viele Busse und hier ist auch die größte Tuk-Tuk-Dichte Bangkoks anzutreffen. Auf Decken auf dem Boden bieten einige Leute waren an. Begonnen von Textilien über Feuerzeuge, Schmuck, angeblich Antiquitäten und Edelsteinen bis hin zu Zeitschriften. Beim Schlendern werde ich plötzlich angequatscht:

„Where you go?“

Zuerst finde ich nicht den Menschen, dem die Stimme gehört.

„Where you go?“

Ein kleiner Thai, er sieht Mr. Miyagi von Karate Kid ziemlich ähnlich.

„I’m only walking.“
„The Palace is closed today. Where you go?“
„I don’t want to the palace.“
„Wat Po closed today. Where you go?“

Langsam merke ich, was Mr. Miyagi von mir will.

„No. Thank You.“
„Tuk Tuk. Ten Baht. Where you go?“

Ich gehe einfach weiter. Der Kerl ist ein Schlepper. Nur so, kann man diesen Leuten nicht in die Falle tappen. Stehen lassen ist die beste Tatik. Da ich keine Lust habe noch einigen dieser Schlepper beim Schlendern zu begegnen, drehe ich um und gehe wieder zum Chang Pier. Langsam habe ich auch hunger.

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