87 Aufwachen in einer neuen Welt

Ich habe kaum geschlafen und wache trotzdem ohne weitere Probleme auf. Trotz der unruhigen Nacht, fühle ich mich überhaupt nicht gerädert. Draußen ist es schon hell und ich sehe, nun wie es draußen aussieht. Ein herrlicher Anblick.


Wir fahren langsam an Palmen vorbei, durch regenwaldartigen Dschungel. Überall sattes Grün und die glänzenden Palmenblätter sind eine ganz klare Mittelung: die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Tiere sind nicht zu sehen.

Das nächste Mal werde ich tagsüber mit der Bahn fahren, um Landschaft zu sehen.

Simon pennt noch mit offenen Mund. Sein Bein lukt unter der Bettdecke hervor. Es ist übersät mit fetten Mückenstichen. Das juckt bestimmt pervers. Jedesmal, wenn ich in der Nacht wach war, habe ich Simon gehört. Er hätte wohl doch die German Wunderwaffe annehmen sollen. Bei mir juckt es nirgendwo. Nein es juckt doch. Ich habe vergessen, meine Fußsohlen einzuölen. Scheiße!

Unter meinem rechten großen Zeh hat eine Mücke einen Stechplatz gefunden. Mistvieh!

Ich greife zu meinem Rucksack und schaue nach der German Wunderwaffe Nummer zwei: Anti-Juck-Stift. Ich schmiere auf die Stichstelle etwas davon rauf und nach kurzer Zeit verschwindet das Jucken.

Ich habe nie an sowas geglaubt, als ich die Werbung im Fernsehen gesehen habe. Aber es funktioniert.

Ich lege mich erneut auf den Bauch und schaue aus dem Fenster raus. Genieße die Landschaft, die an mir vorbeigleitet und ich bin mir nun auch sicher, dass die Bahnfahrt die beste Entscheidung war, um nach Koh Samui zu kommen.

Ob schon andere Wach sind? Ich drehe mich um und schaue durch das kleine Fenster, welches zum Flur raus geht. Es gibt zwar einen Vorhang, aber der ist nur ein Sichtschutz. In der Nacht hatte man das Glück, dass man ohne Nachtbeleuchtung genug Licht bekommt. Zum Schlafen war es eher Pech, angestrahlt zu werden.

Draußen ist keine Bewegung. Nichts. Deshalb drehe ich mich wieder um und schaue aus dem Fenster. Inzwischen wechseln sich Wald und Reisfelder ab. Einige kleine Hütten säumen die Bahntrasse. Einige Hunde streunen rum und ich glaube auch, einen torkelnden Typen gesehen zu haben. Wahrscheinlich ist er nun, nach einer durchgesoffenen Nacht, auf der Suche nach einer Bisamratte, um ein ordentliches Festmahl als Frühstück zu bekommen. Wahrscheinlich reicht ihm auch ein Frosch.

Dabei fällt mir ein, dass ich ja noch ein Frühstück bekomme. Mit zwei Scheiben Toast, Marmelade, Butter, Saft und Kaffee. Ich frühstücke zwar selten süß, aber das war das Beste von allen Frühstücken und um den Tag auch wirklich zu überstehen, brauche ich wohl auch Energie. Energie! Ich hatte doch gestern noch zwei Flaschen Red Bull gekauft. Ich nehme eine Flasche aus meinem Rucksack raus und trinke die wamre Pisse sofort leer. Mensch, war ich durstig. Aber jetzt bin ich durstiger. Ich drehe mich rum und schaue wieder aus dem Fenster.

Die Landschaft ist immer noch herrlich. Ich habe einige Wochen kein natürliches Grün mehr gesehen und es stimmt mich gut ein auf Koh Samui.

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