107 Der Strand Mae Nam Beach

Etwas die Füße vertreten, ja das wäre jetzt gut. Nach so langer Sitzerei in Bus und Boot und Pennerei in Zug und Bungalow. Auf zum Strand!


Ich laufe die wenigen Meter direkt zum Strand. Die Bungalowanlage liegt in etwa mittig am Strand Mae Nam Beach. Man kann beide Enden des Strands sehen. Nach links geht es in Richtung Nathon, nach rechts gehts Richtung Chaweng. Ich laufe nach rechts.

Der Strand ist von wenigen Lebewesen besucht:

Einige wenige Farangs laufen hier und da rum. Genauso wie ich. Meistens aber Pärchen. Dieser Strand ist der ideale Ort, um einen Heiratsantrag zu machen. Wenn man wirklich liebt, genug Arsch in der Hose hat und bei Kerzenschein auch Antimückenzeug dabei hat.

Aber wer besonders auffällt sind die Thais. Sie haben Plastikflaschen in den Händen und graben tiefe Löcher in den Sand. Wenn sie etwas gefunden haben, was sie suchen, so packen sie es in die Plastikflasche. Nur was? Ich schaue mir das Geschehen an und Stelle fest, dass sie Krabbeltierchen und Krebse einsammeln. Nur wozu.

Neben Menschen streunen gut ernährte Hunde überall rum. Mehr als 10 zähle ich während ich keine 500 Meter gelaufen bin. In Bangkok waren mir Hunde auf den Straßen kaum aufgefallen. Hier stehen sie rum. Warten. Auf was?

Am Strand gibt es noch eine weitere Bungalowanlage. Wobei es eher eine lose Anreihung unterschiedlicher Bungalows ist und wenig mit einem Dorf zu tun hat. Dafür hat jeder Bungalow freie Sicht zum Strand. Auch diese Anlage hat ein Restaurant. Jedoch sind hier viel weniger Menschen als in meiner Bungalowanlage. Vielleicht ist das Essen hier noch schlechter. Was eigentlich nicht möglich ist.

Einige Meter weiter bin ich schon an einer Strandbar angekommen. Die Bar schaut sehr einladend aus. Die Tische sind nicht alle gleich. Eigentlich sind sie alle verschieden. Einige haben Bänke zum Sitzen, manche Stühle mit oder ohne Rückenlehne und wider rum andere sind verbunden mit dem Tisch und überdacht. Oder auch nicht. Am Strand sind ein Paar Sitz- und Liegekeile ausgelegt. Für jeden ist hier was dabei. Die Kundschaft ist westlich. Die Musik erinnert an französische Filmmusik aus den 60gern und 70gern. Vielleicht komme ich später mal her.

Aber erst probiere ich das Essen in meiner Anlage. Vielleicht hatte ich vorhin Pech und es war die schlechte Seite des Reissacks.

Ich laufe weiter Richtung Chaweng und komme wieder an einer kleinen Anlage vorbei. Diese liegt höher als der Strand. Unter meinen Füßen sehe ich einige Reissäcke. Sieht nicht aus, wie ein Lager für Reis. Eher sind es Säcke voller Sand. Am Rand der Anlage fallen mir erneut die Säcke ins Auge. Nicht alles an diesem Traumstrand scheint von der Natur geschaffen zu sein…

Anschließend kommt wieder eine Anlage. Die sieht aber sehr herunter gekommen aus.

Weiter will ich nicht mehr laufen und setze mich an den Strand, um den Sonnenuntergang anzuschauen.

Der Himmel läuft rot an und die Sonne senkt sich in einem Tempo, so dass der Sonnenuntergang rasch vorbei ist.

Auf dem Weg zurück in die Anlage, laufe ich an der Theke vorbei und kaufe mir ein Bier. Der Barkeeper wirklich vom Aussehen her eher ein kleiner Junge und man würde nie denken, dass er Barkeeper ist. Er könnte genauso gut in einer jugoslawischen Fußballmannschaft der zweiten Liga Libero sein. Aber eine, die in den achtziger Jahren gespielt hat: alle Spieler hatten eine Vokuhila-Frisur (VOrne KUrz HInten LAng). Das macht ihn aber nicht unsymphatisch.

So richtig hunger habe ich nicht, aber genieße das kalte Bier. Heute schmeckt das Bier besonders gut. Es ist dasselbe wie in Bangkok und wie im Zug. Aus der Flasche und ein großes Bier. Aber heute Abend schmeckt es sehr gut. Vielleicht freue ich mich auf die nächsten Tage Entspannung. Ruhe, Meer, Sand zwischen den Zehen, die Geräusche des Waldes in den Ohren und die Sonne bei einem guten Buch genießen.

Ich bestelle ein weiteres Bier, diesmal aber ein kleines. Als ich zahlen will, sagt der Barkeeper, wie vorhin auch die Kellnerin “Pay later. tommorrow. No problem.”

Es kommt mir dieses “later”-Gelaber seltsam vor. Aber erst mal egal.

Ich laufe zurück zu meinem Bungalow, drehe die Klimaanlage volle Pulle auf. Anschließend schmiere ich mich mit Antimückenzeug ein. Dieses Mal auch die Fußsohlen.

Die Klimaanlage lasse ich so lange laufen, bis es kühl ist und ich sie in der Nacht nicht brauche. Ich schnappe mir ein Buch und lese auf der Veranda bei ausreichend Licht. Hunger habe ich immer noch nicht. Aber wozu eilen?

Nach einer halben Stunde ist es schon recht kühl im Zimmer und so kann ich die Klimaanlage wieder ausmachen und Putze mir die Zähne.

Rein ins Bett und gute Nacht!

2 Gedanken zu „107 Der Strand Mae Nam Beach“

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