49 Wie passiert das?

Auf dem weg zum Hotel, frage ich mich wie es dazu kommt, dass so viele Männer und Frauen von diesem dreckigem Geschäft leben. Einen Thailandblog zu haben und dieses Thema nicht zu thematisieren, wäre meines Erachtens falsch. Daher dieser Artikel.


Gut, in Deutschland ist Prostitution mittlerweile eine ganz normale Sache, wenn der Staat den Frauen in diesem Geschäft die Möglichkeit gibt, in die Sozialversicherungen einzuzahlen und später Leistungen zu beziehen. Ich glaube aber in Thailand ist man davon meilenweit entfernt.

Die einzelnen Schicksale zu beschreiben und „die Wahrheit“ zu finden ist sicherlich zu schwierig. Zum Einen liegt es bestimmt daran, dass viele kaum eine Perspektive in Thailand haben. Insbesondere Männer und Frauen aus den ländlichen Gegenden. Diese dann für die Prostitution zu gewinnen, ist wahrscheinlich sehr einfach. Viele werden auch bestimmt gezwungen. Aber wichtig ist eigentlich, was man als Tourist, der wegen des Landes, des Essens, der Freundlichkeit der Leute und auch wegen der fantastischen Strände nach Thailand kommt, dagegen machen kann? Ich glaube vor Ort, nicht viel. Aber wenn man das gesehen hat und die einseitigen Berichte der deutschen Medien über Thailand, dann kann man zu Hause bestimmt etwas ändern. Dachte ich. In einem Wikipedia-Artikel habe ich gelesen, dass Prostitution in Thailand 14% des BIP ausmachen soll und die Regierung machtlos dem Gegenüber steht.

Aber es geht ja eigentlich um konkrete Schritte. Ich habe mir gedacht, der einfachste Weg dafür ist es, dort anzufangen, wo die ungeschütztesten sind: Kinder. Sie sind die, die sich am wenigsten wehren können und besonders dann, wenn es Waise sind.

Daher sehe ich es sinnvoll, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Es ist der einfachste Weg und vielleicht auch der effektiveste Weg. Den zum Einen werden Kinder davon abgehalten in dieses Geschäft zu rutschen und zum Anderen wird der „Nachschub“ für diesen ekelhaften Menschenhandel ausgetrocknet. Ich habe mich deshalb im Internet umgeschaut, ob es Möglich ist, eine Kinderpatenschaft zu übernehmen. Insbesondere für Thailand. Es ist möglich. Jedoch sollte man auch schauen, ob und wie die Organisationen aufgebaut sind. Ich finde, dass Organisationen, die mit religiösem Hintergrund arbeiten, nicht als geeignet: Eine religiöse Organisation wird m.E. versuchen, die Bevölkerungsgruppe zu missionieren und ich glaube kaum, dass der Hauptgrund auch die Missionierung ist. Das ist jedoch meine Einzelmeinung und jeder sollte sich selbst informieren, wie man eine Kinderpatenschaft übernehmen kann. Auch sollte man schauen, dass die Organisation ihre Projekte genau vorstellt bzw. Informationen dafür bereit stellt. Wie die Gelder ausgegeben werden, ist auch sehr wichtig: Wie viel des eingenommenen Geldes gehen für die Verwaltung drauf und wie viel landet wirklich bei den Kindern?

Ich habe hier nur einige wenige Auswahlkriterien für eine Kinderpatenschaft aufgezählt. Grundsätzlich sollten jedoch Patenschaften genauer geprüft werden. Ich habe leider keine Prüfstelle oder einen Prüfnachweis gefunden.

Ich hoffe, dass ich hier einige Ideen geben konnte, das Thema sachlich zu betrachten und konkret dagegen vor zu gehen.

10 Gedanken zu „49 Wie passiert das?“


  1. Hallo Erdal,
    bei diesem Artikel kann ich nicht nur, sondern muss was dazu schreiben.
    Ich finde in Thailand ist Prostitution noch viel normaler als in Deutschland, von sozialen Leistungen so wir sie in Detuschland kennen ist Thailand allgemein meilenweit entfernt.
    Das viele aus dem Issan kaum eine Perspektive habe sehe ich genauso, allerdings braucht man meiner Meinung nach niemanden für dieses Geschäft gewinnen, geschweige denn dazu zwingen (sicherlich gibt es auch Ausnahmen).
    Das Gewerbe muss ich hier gleich mal in zwei Teile zerlegen in „Bargirls“ (dazu kann man auch fast alle Mädels zählen welche in Retaurants, Hotels etc. arbeiten) welche den Haupteil ausmachen und „A-Gogo Girls“ für mich richtige „Nutten“.
    Die „Bargirls“ arbeiten zum einen diesem Gewerbe um einen möglichst großen Fisch (einen reichen Farang) zu fangen, dabei halten sich die Mädels eigentlich nur an folgendes „je älter desto mehr Kohle“. Zum anderen weil das „Barmädchenleben“ größtenteils aus „Sanuk“ besteht, ist ja besser als bei 40 Grad auf dem Reisfeld zu schuften.
    Dann gibts da noch die „anderen“ die z.B. in der Soi 6 arbeiten, die hoffen zwar auch auf den großen Fisch aber wollen hauptsächlich Kohle machen, im Gegensatz zu einen Bargirl gehen die mit jedem mit und machen alles was verlangt wird und da sind welche dabei die scheffeln wesentlich mehr Kohle als unsereins verdient! Das sieht man auch in manchen Clubs (solche man als Farang eigentlich gar nicht kennt, weil es für uns „Ki Niau“´s zu teuer ist) wenn sie sich mit ihren Thaimännern nach getaner Arbeit amüsieren und flaschenweise Black Label für (ich weiß nicht 8000 oder 10 000 Baht) sendieren.
    Da fällt mir gleich noch eine Gruppe ein das für mich auch Prostitution ist, z.B. die ganzen Studentinnen die einen „Papa“ haben, einen ältern Herr der ihr Studium finanziert, natürlich nur für gewisse Gegenleistungen.
    Was man hierzuland aus den Medien (RTL Extra lässt grüßen) über Prostitution in Thailand erfährt man man getrost vergessen, hier geht es darum das Thema aufzupauschen, schließlich geht es denen nur um die Einschaltquoten.
    Nach wie vor ist Prostitution ist Thailand verboten, aber die thailändische Regierung ist meiner Meinung nach nicht machtlos, sondern hütet sich nur „ernsthaft“ dagegen vorzugehen.
    Mit einer Patenschaft für ein Kind wirst du gar nichts bezwecken und wenn dein Geld wirklich da ankommt und an die ärmsten geht, dann wird es eh nur in Loa Kao (Reisschnaps) oder Ja Baa (Drogen) investiert, denn daran liegt es eigentlich das überhaupt kein Geld da ist.


  2. @Jokkel
    Vielen Dank für den sehr differenzierten Beitrag. In meinem Beitrag ging es auch vornehmlich um die Go-Go-Frauen. Weil deren Verhalten gänzlich sich von dem unterscheidet, wie die Thais sich verhalten. Oder ich habe ein vielleicht zu positives Bild von den Thais.

    Grundsätzlich sollten aber Menschen mehr Perspektive geboten werden: Reisfeld oder Prostitution ist eindeutig zu wenig. Ich denke mir, dass eine Patenschaft sinnvoll sein kann, aber nicht unbedingt ist. Deshalb habe ich auch einige Prüfkriterien erwähnt. Deine Seitenempfehlung ist auch genau das, was man ich eigentlich gesucht habe.

    Einmal wieder ein Beweis, dass sich bloggen lohnt 😉


  3. Oder ich habe ein vielleicht zu positives Bild von den Thais.

    Da will ich dir nicht reinreden wenn du noch öfter nach Thailand kommst wirst du mit der Zeit deine Erfahrungen machen, ich kann dir nur raten vertraue keinen Thai! Thais sind keine schlechten Menschen, sie denken halt anders und das ist für uns Europäer nicht immer nachvollziehbar.


  4. eine Patenschaft für ein Kind ? 💡 Willst du dein Gewissen beruhigen indem du dich -total normal- durch einen „sozialen Verein“ abzocken laesst oder in Echt was fuer ein Kind tun ?


  5. Hallo Prinzregent. Ich habe verstanden, was Du mit Deinem Kommentar sagen willst. Da sind wir auch einer Meinung. Es gibt ja etliche „Organisationen“, „Vereine“ und „Stiftungen“, die einen riesigen Verwaltungsapparat zu bezahlen haben.

    Hinzu kommt noch, dass religiöse Tendenzen vorhanden sind und dann noch einen Missionierungscharakter bekommt.

    Was kann man denn echt für Kinder tun? Scheinst es ja genau zu wissen…


  6. … was du ECHT fuer Kinder tun kannst ?

    Mein Vorschlag, komm mal bei mir vorbei und begleite mich mal ein paar Tage. Max oder Moni ( = Kinder ) sind immer dabei. Wenn du die taeglichen kleinen Probleme aktiv am eigenen Leib kennen lernen willst, den Alltag, das richtige Leben mit Kindern erfaehrst, lernst du schnell was wirklich Sache ist. Und dann schauen wir uns gemeinsam den Film: „Denn sie wissen nicht was sie tun“ an und reden ein wenig darueber, ueber „Was kann man denn echt fuer Kinder tun“ und vielleicht wir reden darueber, warum speziell in Deutschland es endlos viele Kinderhasser gibt. Und ganz nebenbei wird dir das – so vermute ich – irre viel Freude machen. Denn Kinder haben – auch dir- viel zu geben. 🙄


  7. @prinzregent
    Leider ist Deutschland nicht vorbildlich, was Kinderbetreuung und Kinderbezug angeht. Da sind wir vollkommen einer Meinung.

    Aber ich sehe Lichtblicke und es tut sich was.

    Auf Dein Angebot komme ich gern mal zurück! Vielen Dank! Aber erst muss ich meine Hochzeit über die Bühne bringen 😉


  8. „Reisfeld oder Prostitution“ gibt das ganze ja nur sehr verkürzt wieder. Es ist nun wirklich nicht so daß es keine Alternativen gäbe, andere Frauen arbeiten ja auch in „normalen“ Berufen.
    Der finanzielle Aspekt sollte ebenfalls nicht ausser Acht gelassen werden – Wenn eine Frau pro Nacht mehr verdienen kann als mit „normaler“ Arbeit in einem ganzen Monat sinkt unter Umständen die Hemmschwelle sich zu prostituieren.
    Mal abgesehen davon daß es Prostitution auch unter den Einheimischen selbst gibt, eben wie in allen anderen Ländern auch.

    Pauschal zu unterstellen, es wäre (fast) alles Menschenhandel und die Angelegenheit fände fast ausschließlich unter Zwang statt ist meines Erachtens jedenfalls zu kurz gedacht.

    Falls es Dich interessiert, auf meinem Blog wurden zu einem Artikel zum Thema vor einiger Zeit zahlenweise weiterführende Links geposted, zu finden hier: http://www.no-have.net/2008/10/urlaubszeit-ist-bargirlzeit/

    😉


  9. @Marc
    Reisefeld oder Prostitution war in diesem Zusammenhang auf die Frauen und Mädchen aus den ländlichen und armen Gegenden gemeint. Eine in Bangkok oder in einer anderen großen Stadt lebende Frau hat mehr Perspektiven und Möglichkeiten.

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