Kho Payam: Mein Trip zur Hippieinsel (2)

Hier ist der zweite Teil des Inseltrips von Ben.


Im Morgengrauen kommen wir in Chumpong an. „Where you go?“ schallte es einem natürlich als erstes entgegen.
Bei so etwas ist es gut vorher zu wissen wohin man muss, morgens irgendwo in der Pampa anzukommen und sich orientieren zu müssen führt fast immer dazu, dass man aufgibt und sich von einem der Schlepper wegkarren lässt.
Wir finden den Minibus recht gut, dort müssen wir noch warten bis genug andere Leute kommen und sich die Fahrt für den Fahrer lohnt.
Als ich Juicies für 5 Minuten alleine lasse, klebt sofort so ein dämliches Weißbrot an ihr und versucht sie tatsächlich anzubaggern! Der Kerl hat gesehen, wie wir zusammen gekommen sind! Dreist und das wird nicht das letzte Mal sein, dass ich so etwas sehe.
Ich lasse ihn weitermachen, soll er sich ruhig zum Affen machen, aber er sieht beschämt zu Boden als ich wiederkomme und wird still.
Der Minibus, schließlich, topt alles was ich je gesehen habe und aus einer 2-spurigen Straße wird einfach eine Straße die nur ihm gehört, dagegen fährt Khun Po wie ein Engel!
Ich bin ja nun ein Mensch, der nur ungern neue Leute kennen lernt, was ja nun leider ein wesentlicher Teil des Travellings ist. Aber ich kann ein wenig die Gespräche der anderen belauschen:
In der letzten Reihe sitzt ein älterer Mann, ich glaube Deutscher, er erzählt, dass er schon so lange nach Thailand reist und ganz am Anfang, als alles los ging, dabei war. Normalerweise gehen dann immer die Alarmglocken los, weil sich solche Leute sich oft wer weiß was darauf einbilden, aber er ist ein ruhiger sympathischer Mann, der aus Tradition immer noch in der Soi Ngam Duphli absteigt wenn er in Bangkok ist. Diese Straße war die Vorgängerin der Khao San, gleicht jetzt allerdings mehr einer Geisterstadt.
Eine neue, überraschende Beobachtung ist die Hackordnung der Thailandweißen, die sich aus der Zeit, die man schon hier verbracht hat, erschließt, man redet nicht mit jedem: Leute die seit ein paar Monaten hier sind reden ungern mit Touris. Ein paar Jahre ist noch besser und hier leben die Krönung der Coolness, dann redet man nur noch mit seinesgleichen, höchsten mal mit Newbies wenn man das Glänzen in den, sie anhimmelnden Augen, mal wieder sehen will. Oder, um eines der Mädchen klarzumachen, die hier auf Sinn und Abenteuersuche sind; frisch von der Uni und offen für Experimente.
In Ranong angekommen, gehen wir auf den Markt und nehmen anschließend das Songthäow zum Pier. Etwas, was ich ohne meine Freundin nie hinbekommen würde und was dann auch etwas ist, bei dem ich Respekt habe vor alleine reisenden Weißen, dass sie das so hinbekommen.
Das Songthäow ist vollbesetzt, kaum Thais, die meisten hier sind Burmesen, sie fliehen vor der Armut nach Thailand und arbeiten hier oftmals unter schlimmsten Bedingungen. Sie erfahren wenig Barmherzigkeit in diesem Land in dem sie rechtlos sind.
Am Pier zum Schiff beantwortet der „Ein-paar-Jahre-Expat“ widerwillig meine Fragen zum Visarecht. Während der Militärherrschaft hat sich das Recht geändert, er hat sich drum gekümmert. Ich höre davon zum ersten Mal im Bus und mache mir große Sorgen. Das interessiert ihn natürlich nicht, es ist eine Belästigung für ihn, dass der große Blonde mit den schicken Klamotten ihn überhaupt anspricht. Freundlich ist er zum alten Hippie, der später kommt. Auch den Bootsfahrer findet er super, ein Thai mit Rastalocken. Das ist dann natürlich auch schon ziemlich cool für den Expat und es wirkt auch gar nicht lächerlich, wenn jemand in seinem Alter noch so trendy sein will….
Eine weitere langjährige kommt dazu, Handschlag, man kennt sich und man gefällt sich sehr gut.
Neben uns sitzt ein etwas missmutiger Schweizer, so in meinem Alter. Ein selbsternannter Held und Befreier der thailändischen Frau baggert gerade seine Freundin an. Der Schweizer beachtet das nicht, er ist seit 3 Jahren mit ihr zusammen. Sie ist freundlich zu dem Helden und lächelt. Als der Held merkt, dass das alles nichts bringt, geht er.
Ich bin ein klein wenig geschockt.

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