48 Soi Cowboy Live

Ich laufe in die Straße rein, die eher einer Gasse gleicht. Nicht viel breiter ist es hier.

Was mich aber tiefer drinnen erwartet, hat nichts mehr mit einem Cowboy gemeinsam. Eine Gogobar neben der anderen steht.


Drinnen tanzen die Mädels an den Stangen und draußen erwartet einen Mann links und rechts eine Phalanx an Minikleid tragenden Thai-Frauen. Ich habe Glück, dass ein Typ vor mir läuft, der riesig und breit ist, deshalb werde ich von den Mädels zu spät gesehen und auch in Ruhe gelassen. Die Frauen greifen nach jedem Typen und machen eindeutige Animationsversuche. Ich glaube, jeder Kerl, der was mit dem Herzen hat, würde nach drei Angriffen umkippen.

Die Straße ist etwa 200 Meter lang. Aber links und rechts stehen die Mädels: Das macht circa 500 Frauen, die einem den Urlaub versüßen wollen. Angeblich. Als ich sehe, was für Typen die Mädels in ihre Läden rein ziehen, versuche ich im Namen aller 500 Mädels zu kotzen. Aber es gelingt mir nicht so recht.

Einmal will ich aber da wieder durchlaufen. Da mein riesiges Schild bereits weg ist, brauche ich eine andere Schutzvorrichtung. Als ich da so rum stehe, laufen drei Frauen an mir vorbei und wissen nicht, ob sie da rein laufen sollen.

„Excuse me“

Sie schauen mich nur an.

„I want walk into this little Road. But if I walk alone the girls do not leave me alone. If you want go in there I would be glad to be your escort.“
„Ok, but not more!“
„Yes. Not more.“

Wir laufen gemeinsam durch. Meine Schutzpatroninnen kommen aus Dänemark. Diesmal kann ich alles etwas entspannter beobachten. Die Däninnen sind genauso erstaunt wie ich, da sie wahrscheinlich noch nie sowas in der Art gesehen haben. Auch die Soldatinnen der Soi Cowboy lassen mich in Ruhe. Manchmal will ich kotzen, wenn die ein oder andere sich einen Typen schnappt und abdampft. An was die wohl denken, wenn Muttersöhnchen, 40 Jahre alt und asozial in ihnen rumstochert? Ok, ich sollte diese Gedanken verdrängen. Dann kann ich auch das Soja Korma im Magen halten.

Als die dänische Schutzpolizei sich irgendwo hinsetzen will, verabschiede ich mich, um die letzten Meter alleine durchzustehen. Es gelingt mir bis mich sich eine Gogo-Trulla vor mich stellt. Sie sagt mir irgend etwas, was ich nicht verstehe und verstehen will. Als ein Typ mit Elefant an uns vorbei kommt, sage ich ihr: „Elephant! Elephant!“

Sie schaut mich mit einem ganz seltsamen Blick an und ich flitze weg. Nach einigen Taxi- und Tuk-Tuk-Fahrern und einem kleinen Besuch im 7-eleven gehe ich wieder zurück ins Hotel.

2 Gedanken zu „48 Soi Cowboy Live“

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